Museum Baruther Glashütte – Ausstellung „Women in Glass“
Women in Glass - Gestaltung für die ostdeutsche Glasindustrie. 1950-2000
Seit den 1930er Jahren fand »Lausitzer Glas« eine professionelle Glasgestaltung. Wilhelm Wagenfeld (1900-1990) war als am Bauhaus ausgebildeter »Designer« künstlerischer Leiter des größten Glasbetriebes (VLG).
Viele studierte Formgestalterinnen haben seit den 1950er Jahren diesen Qualitätsstandard in zahlreichen Einzelbetrieben gewahrt und weiterentwickelt. Neben den älteren Pionierinnen im Glasdesign, Ilse Decho (1915-1978) und Margarete Jahny (1923-2017), blickt diese Ausstellung auf die Leistung von weiteren ausgewählten Frauen – von »Ameling« bis »Wittig«. Ihre Entwürfe stehen in der Tradition der Moderne und des skandinavischen Designs und erhielten viele Designpreise. Eine spezifisch weibliche Formgestaltung lässt sich nicht erkennen. Waren Gestalterinnen jedoch praktischer als ihre männlichen Kollegen? Frauen fragen »Lässt sich das Glas gut abwaschen«? »Hat die Vase für den Sommerstrauß einen bruchfesten Rand«? Designerinnen mögen sich auch stärker mit der Technologie befasst haben, damit sie von den Männern in der Produktion »nicht aufs Eis geführt« werden konnten (Marlies Ameling).
Die Spezialistinnen gewannen ihre Professionalität in Berlin-Weißensee, Halle-Giebichenstein und Heiligendamm und sahen sich »von außen« in die Fabriken delegiert. Dort schufen sie mit Hilfe der damals fast ausschließlich männlichen Glasmacherbelegschaft am Ofen Inkunabeln der »DDR-Moderne«.
Women-and-Glass prägten den Zeitgeist formgewaltiger Jahre. 15 Gestalterinnen und 10 Hüttenstandorte werden in den Blick genommen. Beinahe 250 Objekte beleuchten einen wichtigen Teil der Industriekultur und Designgeschichte Brandenburgs, Sachsens und Ostdeutschlands. In der heutigen Studioglasbewegung verbinden sich die Felder von Gestaltung und Design sowie hüttentechnischer Umsetzung häufig in einer Person. Allein
am Glasofen wirken derzeit über ein Dutzend.
Die Freiwillige in der Kultur, Paula Caballero, macht die analoge, sehenswerte Schau über eine online-Ausstellung noch im ersten Halbjahr 2026 auch digital zugänglich.
Ausstellungseröffnung am 28. März 2026, 14 Uhr
Museumsverein Glashütte e. V.
Hüttenweg 20
15837 Baruth/Mark GT Glashütte
Dienstag bis Sonntag 10 Uhr - 17 Uhr
28.03.2026 - 23.08.2026
Beitragsbild/Abb.1:
Einladung Women in Glass
Abb.2
Übergabe Fördermittel - Ministerin Manja Schüle würdigte die Anerkennung der manuellen Glasfertigung als Immaterielles Kulturerbe und überreichte Fördermittel für Museum, Glasstudio und museumspädagogische Angebote. Junge Menschen, wie Freiwillige im sozialen Jahr, lernen hier alte Handwerkstraditionen kennen.
Abb.3
G. Goes und S. Kohlschmidt mit Glasobjekten der Ausstellung
Abb.4
Eröffnung der Ausstelllung - Glassammler und -Kurator Siegfried Kohlschmidt, Diplom-Gestalterin Angela Willeke, Bürgermeisterkandidatin für Baruth Kirsten Schacht, Ortsbeiratsmitglied Wilken Straatmann und viele andere haben sich für das kulturelle Erbe der Glasfertigung und Formgebung interessiert.
Abb.5
Eröffnung der Glashütte - Nach dem visuellen Ertasten der Exponate wechselte die Eröffnungsgesellschaft in das Glasstudio. Barbara Ebner von Eschenbach – „new woman of glass“ - begeisterte
mit ihrem praktischen Können.




